Dienstag, 12. April 2016

Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege mit der Jugendbauhütte

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Stand des ijgd auf unserer Eröffnungsfeier am 12.03.2016

Im Sommer 2015 haben wir unseren ersten FSJ'ler aufgenommen. Wie kommt es, das ein Handwerksbetrieb ein freiwilliges Soziales Jahr anbieten kann? Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Im Interview habe ich Hr. Steinberger (Leiter des ijgd Bonn) und Niklas Koop (FSJ'ler)

Herr Steinberger die Jugendbauhütten bieten jungen Menschen die Möglichkeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege zu absolvieren. Was sind die Jugendbauhütten/ijgd?
Die Jugendbauhütten sind ein Projekt der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Trägerschaft der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd). Das Projekt wurde 1999 ins Leben gerufen, um junge Menschen in aktiver Art und Weise an die Denkmalpflege heranzuführen. Jugendliche im Alter zwischen 16 und 26 Jahren haben in den Jugendbauhütten die Möglichkeit ein Freiwilliges Soziales Jahr bzw. einen Bundesfreiwilligendienst in der Denkmalpflege zu absolvieren. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Beendigung der Schulpflicht und Interesse an der Denkmalpflege. Die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste sind der älteste und größte Workcamp-Anbieter Deutschlands. Im Rahmen der Freiwilligendienste in den Bereichen Soziales, Ökologie, Politik und Denkmalpflege begleiten wir jährlich mehr als 5.000 Freiwillige in Deutschland und weltweit.

Ich werde im Gespräch mit Kunden und Kollegen häufig gefragt, worin genau begründet ist, das wir gemeinsam eine solche Stelle anbieten können?
Das Freiwillige Soziale Jahr in der Denkmalpflege ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr für junge Menschen. Sie sollen unter realistischen Bedingungen Einblicke in die jeweilige Arbeitsfelder bekommen. Hierfür ist es wichtig, dass sie in den Betrieben und Einrichtungen erhalten, in denen sie eine gute fachliche Anleitung erhalten und einen realistischen Einblick in das Arbeitsfeld gewinnen können. Vorteile für unsere Einsatzstellen sind u.a. eine Verjüngung im Team, andere Perspektiven, Gewinnung von zukünftigen Auszubildenden, aktiver Beitrag für die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege sowie Unterstützung im Arbeitsalltag.

Sie wählen gezielt Ihre Partnerbetriebe aus in denen der Dienst geleistet wird. Was sind die Kriterien nach denen Sie Ihre Partnerbetriebe auswählen? Wie sind Sie auf Stuck-Belz aufmerksam geworden.
Wir möchten den jungen Menschen gerne eine breite Palette an unterschiedlichen Handwerksbetrieben von Holz und Glas über Metall und Lehmbau bis hin zu Stein- und Stuck anbieten und wir waren auf der Suche nach einem geeigneten Betrieb im Bereich Stuck. Aufmerksam geworden sind wir auf die Firma Stuck-Belz als Fachbetrieb mit guten Referenzen in diesem Gewerk. Bei einem ersten gemeinsamen Gespräch bestätigte sich dieser Eindruck. Kriterien sind für uns, dass die Freiwilligen zusätzlich in den Einsatzstellen eingebunden sind und das sie gut an die praktischen Tätigkeiten herangeführt werden. Für unser Programm ist es natürlich wichtig, dass der überwiegende Teil der Aufgaben der Freiwilligen im Bereich der Denkmalpflege liegt. Diese sowie die weiteren Kriterien unserer Mindeststandards werden von der Fa. Belz in guter Weise gelebt.

Wie können Interessierte junge Menschen Informationen zum einem Freiwilligen Sozialen Jahr bei den ijgd bekommen?
Interessierte finden alle Informationen zu den Workcamps und Freiwilligenprogrammen im In- und Ausland auf unserer Internetseite www.ijgd.de. Gezielte Informationen zu den Jugendbauhütten finden sie unter: www.jugendbauhuetten.de. Bei weiteren Fragen können sich Interessierte aber auch gerne per Telefon unter 0228-228 00 82 bei mir oder meiner Kollegin Frau Zaar melden.

Unsere Postadresse lautet: ijgd Jugendbauhütte NRW – Rheinland, Kasernenstraße 48, 53111 Bonn.


Niklas Du bist nun seit einigen Monaten bei uns im Einsatz, was war der Grund für Dich ein Freiwilliges Soziales Jahr abzuleisten?
Nachdem ich den schulischen Teil der Fachhochschulreife erlangt hatte, wusste ich noch gar nicht, in welche Richtung ich beruflich gehen sollte. So habe ich mich für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden, um Einblick ins Berufsleben zu bekommen. Gerne wollte ich etwas Handwerkliches machen. Das mit einer sozialen Tätigkeit zu verbinden schien mir ideal. Außerdem wusste ich, dass ich nach dem FSJ auch den praktischen Teil des Fachabiturs haben werde.

Wie bist Du auf den ijgd und dann auf Uns aufmerksam geworden?
Auf die Ijgd kam ich durch ein Werbe-Video im Internet, in dem ein Team der Jugendbauhütte aus verschiedenen Betrieben zusammenarbeitete, um eine alte Mühle zu erhalten. Nachdem ich mich bei der Ijgd beworben hatte, wurde mir eine Liste von Betrieben zugesandt, bei denen ich mich bewerben konnte. Als ich mich über die Einsatzstellen informierte, fiel mir sofort die Firma Belz auf,  die sich mit dem Thema Stuck und Denkmalschutz beschäftigt. Das versprach ein interessantes Thema, praktisches und kreatives Arbeiten.
Beschreibe kurz welche Aufgaben Du bisher während der letzten Monate ausgeführt hast.
Schnell durfte ich bei der Herstellung und der Restaurierung von Stuck mithelfen. Am meisten hat mir das Erstellen der Formen alter Stuckobjekte gefallen. Gut gefällt mir auch, dass jeder Tag abwechslungsreich ist. Die Aufgaben und Einsatzstellen sind sehr vielfältig und bieten immer andere Herausforderungen. Außerdem hat die Firma Belz eine lange Tradition und so habe ich während der letzten Monate sehr viel gelernt. 
Neben der Zeit im Betrieb finden auch noch weitere Kurse statt, was hat es damit auf sich?
Neben der Zeit im Betrieb gibt es Seminare, auf denen sich FSJler aus verschiedenen Betrieben treffen und ihre Erfahrungen austauschen. Wir erfahren über die Einsatzstellen der anderen und lernen so die verschiedenen Facetten des Denkmalschutzes kennen.

Würdest Du nach Deinen bisherigen Erfahrungen ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege weiterempfehlen und warum?
 Ja ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen, da es eine gute Möglichkeit ist, sich zu orientieren, seine Fähigkeiten kennen zulernen und viel zu lernen. Ein FSJ in der Denkmalpflege bedeutet körperliches und künstlerisches Arbeiten und es hilft zudem, schöne alte Gebäude für die Allgemeinheit zu erhalten. Mir gefällt die Arbeit so gut, dass ich mich entschieden habe, meine Ausbildung bei der Firma Belz zu machen. 

Zertifikat der Deutschen Stiftung Denkmalschutz das Stuck-Belz anerkannte Einsatzstelle für ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Denkmalpflege ist