Mittwoch, 9. November 2016

Berufsvorstellung Der Stuckateur in Bonns Fünfter Gesamtschule

Der Stuckateur - Vorgestellt von Michael Christmann

Wöchentliche Berufsvorstellung an Bonns Fünfter Gesamtschule

Michael Christmann Vortrag der Stuckateur Bonns FuenfteIn Bonns Fünfter Gesamtschule im Ortsteil Kessenich werden an den Freitagen in der Zeit von 8:45 bis 10:00 den Schülern verschiedene Berufe vorgestellt. Teile der neunten und zehnten Klassen haben so die Möglichkeit sich schon vor einem Praktikum zu informieren welche Berufe und Berufsgruppen es überhaupt gibt. Für die Unternehmen und andere Anbieter von Ausbildungsplätzen eine sehr gute Gelegenheit sich und ihren Beruf zu präsentieren. Frau van der Wurp ist die Ansprechpartnerin der Schule, die auch für die Organisation und Durchführung zuständig ist. An dieser Stelle möchte ich bedanken für die Gelegenheit meinen Beruf vorstellen zu dürfen. 

Wer weiß was ein Stuckateur ist?

Von den Anwesenden fast 40 Schülern konnte nur einer diese Frage beantworten. Die schönen alten Häuser mit den verzierten Fassaden, die kannten dann aber doch alle Schüler. Hier die erste Erkenntnis für mich. Wir Stuckateure müssen uns nicht wundern, das in den aktuellen Jahrgängen kaum noch Auszubildende zu finden sind. -Wenn in den jungen Generationen niemand mehr unseren Beruf noch kennt, wie wollen wir dann Auszubildende bekommen?! 

Die Ausbildung zum Stuckateur

Kommen wir also zum Vortrag und fangen damit mal ganz klein an. Der Stuckateur ist einer der Handwerksberufe. Die Ausbildung findet im Betrieb, der überbetrieblichen Ausbildung im Ausbildungszentrum und in der Berufsschule statt. In der Regel dauert die Ausbildung drei Jahre und beginnt am 01. August oder 01. September jeden Jahres. Es besteht dieMöglichkeit die Lehrzeit zu verkürzen. Auch ohne einen Schulabluss ist der Beginn einer Ausbildung möglich. Für eine Verkürzung der Ausbildungszeit von Beginn an ist ein Abitur oder gleichwertiger Abschluss erforderlich. Sollte sich während der Ausbildung herausstellen, das die Leistungen in den drei Ausbildungsbereichen überdurschnittlich gut sind, kann auch während der laufenden Ausbildung ein Antrag auf Verkürzung vom Ausbildungsbetrieb gestellt werden. Sollte die am Schluss der Ausbildung stehende Gesellenprüfung im ersten Anlauf nicht bestanden werden, verlängert sich die Lehrzeit um ein halbes Jahr.

Was macht denn der Stuckateur?

Michael Christmann hält Vortrag über Stuckateur in Bonns FuenfterDie Antwort auf diese Frage beziehe ich zunächst einmal auf meinen Betrieb, denn wir führen auch heute noch zu 90% die Arbeiten aus, wie sie von den Stuckateuren auch vor 100 Jahren schon ausgeführt wurden. Viele der Stuckarbeiten werden in der Stuckwerkstatt vorbereitet und später an den Baustellen eingebaut. Nicht für jedes Projekt sind Vorarbeiten erforderlich, dann werden zum Beispiel fehlende Verzierungen direkt vor Ort nachmodelliert. Üblicherweise machen Stuckateure heute kaum noch Stuckarbeiten. Zum Berufsbild des Stuckateurs gehören heute Verputzarbeiten im Innen- und Außenbereich,  hierzu zählen auch Wärmedämmungen an Fassaden oder den Innenseiten der Außenwände. Trockenbau ist ein weiteres großes Einsatzgebiet des Stuckateurs, hierzu zählen zum Beispiel das Ausbauen von Dachgeschossen, Brandschutzarbeiten oder der Einbau von Schallschutzelementen. Der Stuckateur ist ein klassiches Kunsthandwerk und hat mit den neuen Einsatzgebieten auch sehr moderne Tätigkeitsfelder für die auch Maschinen zum Einsatz kommen. 

Wie arbeiten die Stuckateure?

Vortrag Stuck Stuckateur Michael Christmann Belz Bonn
In der Regel ist Teamarbeit gefragt. Nur in seltenen Fällen sind Stuckateure alleine auf der Baustelle. Beim Arbeiten in der Stuckwerkstatt sieht das schon etwas anders aus, hier kann es schon mal vorkommen das man alleine Arbeitet. Während der Ausbildung ist immer ein Ausbilder dabei. Erst zum Ende der Ausbildung kann es in Einzelfällen mal vorkommen, das der Auszubildende ein Aufgabe bekommt die er alleine Lösen soll. 

Normalerweise starten die Teams auch Kolonnen genannt morgens am Lager und fahren dann gemeinsam zur Baustelle. Bei Projekten die über mehrere Tage oder Wochen gehen, trifft man sich direkt an der Baustelle. Je nach Arbeit wird das zu verarbeitende Material mit der Hand angemischt oder zugeschnitten. Bei größeren Mengen erfolgt diese Arbeit mit Maschinen. Auch für das Anbringen von Putzen gibt es eine Maschine diese wird immer dann eingesetzt, wenn es nicht mehr sinnvoll ist die benötigten Mengen mit der Hand anzumischen.

Es wird nicht nur gearbeitet, auch ein bisschen Spaß muss sein

Vortrag von Michael Christmann der Stuckateur in Bonns Fuenfter
Erst die Arbeit dann das Vergnügen, so alt und so wahr. In meinem Betrieb Stuck-Belz lege ich sehr viel Wert darauf, dass wir neben der Arbeit auch anders Zeit miteinander verbringen. Dazu machen wir gemeinsam regelmäßige Aktionen. Das kann man eine spontane Mittagspause am Grill in der Halle sein oder eine Segwaytour durch Bonn, um nur zwei zu nennen. Ein paar Termine wiederholen sich Jahr für Jahr, so besuchen wir zusammen Pützchensmarkt und gehen zum Jahresabschluss über den Bonner Weihnachtsmarkt. Wem das alles noch nicht reicht der kann in unserem Laufteam mitmachen, in dem wir fast komplett beim Firmenlauf in der Rheinaue antreten.


Neugierig auf den Stuckateur oder Stuck-Belz geworden?

Gut so! Wir bieten ganzjährig Praktikumsplätze für Mädchen und Jungen an. Seit einigen Jahren bieten wir auch Plätze beim Girls Day als ersten Einstieg an. Wer noch früher zu einem Besuch kommen möchte kann dies mit seiner Schulklasse oder Kindergartengruppe nach vorheriger Anmeldung ebenfalls tun.

Sendet zur Anmeldung einfach eine kurze Mail mit Terminwunsch an: Michael Christmann
Mehr Infos zur Ausbildung und unserem Bewerbungstool gibts hier: Stuck-Belz Homepage